Die Abfolge von Bewegung und Korrektur im Trend

Bezüglich einer Aktie sagte mir jemand vor kurzem, der genau wie ich in investiert ist, folgende Worte: “Ich will keinen Rücksetzer sehen!”. Ich antwortete ihm jedoch, dass ich genau das sehen will um weiterhin beruhigt dabei sein zu können. Warum? Ich zeigte ihm exemplarisch einige Charts um meine Ansicht zu erklären. Dieses Thema möchte ich in meinem Blog auch noch festhalten, da es sehr wichtig ist.

Die Frage lautet also: Kann ein Markt einfach nur nach oben schießen wie eine Rakete? Oder anders herum: Kann er einfach nur fallen wie ein Stein?

Gehen wir der Sache auf den Grund: Rücksetzer die der Trendgröße entsprechen sind gesund und gehören einfach dazu. Kein Trend ohne Korrekturen. Gibt es dann doch nur einen raketenmäßigen Durchschuss nach oben, besteht die Gefahr, dass das Kartenhaus zusammenbricht. Die Häufigkeit solcher “Raketen” sind jedoch selten. Das Geheimnis liegt in den Zeiteinheiten vergraben. Ein gesunder Verlauf eines Marktes wird nach oben gehandelt, sprich besteht aus Bewegungen und Korrekturen innerhalb dieses Trendes.

Schaut mal auf das folgende Bild. Hier geht es doch einfach nur nach oben oder? Schön wenn man unten schon long drin ist, doch wie will man z.B. den SL sinnvoll nachziehen oder die Frage kann ja auch sein, wo will man einsteigen wenn man noch nicht drin ist? Nun wie gesagt: Ein Markt schießt fast nie einfach nur hoch. Geht ja auch gar nicht, denn Angebot und Nachfrage (T&S Liste) basteln ja den Chart zusammen. Also ist es doch nur logisch, dass der Markt hochgehandelt wird, es muss eine Abfolge von Bewegung und Korrektur geben. Ich hab es mal exemplarisch bei einem Währungspaar auseinander gedröselt. Im folgenden Bild ist einzig eine große Aufwärtsbewegung zu sehen. Keine Spur von Korrekturen, einfach nur hoch? Das ist ein optischer Irrglaube!

Es gibt auch im solchen Phasen Korrekturen, nur eben nicht ersichtlich auf dieser Zeiteinheit. Die Korrekturen werden sozusagen in den Perioden verschluckt. Man muss sich also auf die Suche begeben, wo die Abfolge von Bewegung und Korrekturen zu sehen sind. In diesem Chart sieht man es z.B. schon ganz gut im 1min Chart. Doch um es noch deutlicher zu machen, habe ich den Chart in seiner reinsten Form genommen: Den Tick-Chart. Hier wird jede Kursveränderung aufgezeichnet. Jede Kursänderung aus der T&S Liste ergibt einen neuen Punkt auf dem Chart. Diese Chartdarstellung ist also völlig losgelöst von der Zeit, somit ist die Zeitachse solcher Charts immer ungleichmäßig. Der Vorteil von Tick-Charts ist,  dass nicht nach einer vorgegebenen Zeit (z.B. nach 10min) eine neue Kerze aufgemacht wird. Ein Tick-Chart zeigt in deutlichster Form was im Markt los ist, sprich dieser Chart bildet 1:1 die T&S Liste ab.

Und was ist hier zu sehen im selben Zeitraum wie im oberen Chart, in welchem doch nur eine steile Aufwärtsbewegung zu sehen war? Wunderschöne Bewegung- und Korrekturphasen ;-)

Zusammengefasst kann man also sagen, dass ein Markt nicht einfach nur hochschießen kann, er wird hochgehandelt. Es sollten sich bei einem gesunden Trend immer die Abfolge von Bewegung und Korrektur zeigen, manchmal offensichtlich, manchmal verborgen in den kleineren Zeiteinheiten. Alles andere ist ungesund und bricht irgendwann zusammen. Man kann auch sagen, dass es nicht DEN Trend auf Daily oder DEN Trend auf 10min gibt. Es gibt große, mittlere, kleine und kleinste Trends. Habe ich zum Beispiel einen 1min Chart mit genügend Historie geladen, sehe ich lokale Hoch- und Tiefpunkte genau so gut, wie zum Bsp. auf einem 4h-Chart. Die Zeiteinheiten sollte man also nicht so dogmatisch sehen, sondern nur als Hilfsmittel wahrnehmen.

Noch abschließend ein Lehrbuchhaftes Bsp. eines gesunden Trendes. Kann ein Trend schöner sein?

Grüße
Valeô

#5 USD/JPY ausgestoppt

Es kam wie es kommen musste – oder sollte? – zu einem Austoppen der Short-Position im USD/JPY. Meine Handelsausrichtung war ja ausgelegt auf den Trendhandel im 60min-Chart in Richtung des ÜGT (Übergeordneten Trend). Am Freitag Nachmittag kam es durch eine mit hohem Momentum gespickten Aufwärtsbewegung zu einem erreichen des SL. Es ist anzumerken, dass mich die wichtigen Zahlen (u.a. NFP und Arbeitslosenzahlen) die am diesem Tag um 14:30 veröffentlicht wurden aus dem Markt gekegelt haben oder besser gesagt das Momemtum was aus diesen Terminen entstand. Nun muss die Frage gestellt werden, ob das Setup noch in Ordnung und der Trend weiterhin intakt ist. Um diese Frage zu beantworten, muss man die Trendverläufe mal etwas genauer betrachten.

Um den Blick für das Gesamtbild zu schärfen, hole ich etwas weiter aus:
Ich fange bei meinem Trade #4, der ebenfalls auf diesem Markt gehandelt worden ist an. Dieser Trade wurde auf Basis des Tagescharts gehandelt. Ich legte dort an einem vermuteten! Punkt 3 den SL, welcher im Anschluss einiger Perioden getriggert worden ist. Was kann ich im Nachhinein für Fehler feststellen? Zum einen war der SL nicht ganz korrekt, da zm Zeitpunkt der Tradeeröffnung noch gar nicht feststand, ob es ein P3 wird oder nicht. Ergo: Ich hätte den SL am bereits bestätigten P3 legen müssen. Mit etwas Glück hätte mich der Kurs trotz des Spike am 25.01. nicht getroffen und der Trade würde noch laufen.

Gehe ich nun auf den Trade #5 ein: Gehandelt habe ich auf kleinerer ZE den Trend aus der Korrektur heraus. Sprich der Kurs bewegte sich gerade in einer Korrektur und ich stieg somit Short in Richtung des Trends ein. Den SL legte ich sehr eng an (siehe Beitrag zum Einstieg im Trade #5). Am Nachmittag des 03.02. kamen wichtige Zahlen heraus, welche auch starken Einfluss auf die Kurse weltweit nahmen.

Somit auch in meinen gehandelten Markt. Leider in die falsche Richtung. Hier war es wiederum gut, den SL so eng zu legen. Bei Platzierung des SL wusste ich natürlich noch nicht, in welchem Maße und welche Richtung die Zahlen Einfluss genommen hätten. Die Begründung des engen SL, lagen einfach darin begründet, dass ich mich schon bei Eröffnung des Trades nicht so gut gefühlt habe. Ich wollte es dennoch auf einen zweiten Versuch ankommen lassen.

Wenn man nun die Trades außer Acht lässt und sich den Markt anschaut, und hier betrachte ich jetzt explizit wieder den Tageschart, kann man feststellen, dass trotz beidermaligen Ausstoppens und Aufwärtsmoves des Marktes, sich an der Markttechnischen Lage und möglicher Short-Setups nichts geändert hat. Nach einer Bewegungsphase befindet sich der Markt nun in einer beginnenden Korrekturphase. Also alles beim alten ;-) Bewegung – Korrektur – Bewegung. Diese 123-Bewegung verlaufen in Richtung eines großen 123. Also bietet sich hier nachwievor Möglichkeiten des Einstieges. Nun bin ich bereits 2 mal ausgestoppt worden und bin mir unschlüssig, ob ich ein weiteres Mal einen Trade hier ereöffne … Von den Setups sieht es doch sehr schön aus nicht? Wenn ich mich dazu entschließen sollte ein weiteres mal einzusteigen dann handhabe ich das wie folgt:

Mögliche Idee für einen nächsten Trade:
Einstieg: in der Korrekturphase (Fibos)
Absicherung: P3 (ca. 78,34)
Tradeverwaltung: Ab Breakeven Wechsel auf Bewegungshandel, SL-Logik Änderung!

Nun das Chart-Bild zum ausgestoppten Trade #5:
Im großen Chart ist die gehandelte Zeiteinheit zu sehen (60min) und links daneben der Weekly- und Daily Chart.

USD/JPY Short – zu voreilig oder zu spät?

Oh jeh. Da hatte ich nach dem letzten Ausstoppen (siehe http://wp.me/p1l5PF-qz) dieses Währungspaar eigentlich auf meiner Watchliste zum Wiedereinstieg und in den letzten Tagen habe ich den Re-Entry verpasst. Was habe ich nun gemacht? Ich schaltete eben in eine kleinere Zeiteinheit, hier den 60min Chart. Dort zeigt sich ein Abwärtstrend und der Kurs ist auf diesem Trend in einer Korrektur. Ganz “kaltschnäuzig” ;-) ging ich direkt Short mit einem engen SL am letzten Verlaufshoch im kleinen Trend.

Dieser Trade war eher unüberlegt und war aus keiner großen Analyse geboren. Trade what you see … Und ich sehe nach wie vor einen großen Abwärtstrend, der aktuell wieder aufgenommen wird. Am Wochenende dazu mehr. Nur soviel:  Den großen Trend sieht man am besten auf Daily mit genügend Abstand zum Markt, also mit einer Historie von mind. 2 Jahren. Auf kleiner ZE versuche ich nun einen Re-Entry innerhalb einer Korrektur des kleinen Trendes.

Als besonderes Merkmal dieses Trades ist der sehr enge Stopp Loss anzumerken.